Anika Meier

Tod als Content

Mein Sarg

03/31/2019 - 21:11

Die Schriftstellerin Ronja von Rönne bekommt einen Sarg, denn sie soll im Rahmen einer Kampagne auf Instagram eine Debatte über den Tod und das Sterben anregen. Macht das Sinn? Monopol-Kolumnistin Anika Meier hat sie beim Fotoshooting begleitet

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Anika Meier

Selfie-Kultur

Künstler reinszeniert Selbstporträts von Männern in sozialen Netzwerken

03/24/2019 - 16:16

Medien und Werbung sind auf der Suche nach dem neuen Mann, der Künstler Andy Kassier sucht in den sozialen Medien mit. Seine neue Arbeit "How to Take a Selfie" ist eine Sammlung von reinszenierten Statusmeldungen. Kassier erstellt einen Männerkatalog, der die Vielfalt digitaler Identitäten spiegelt

Regelmäßige Leser dieser Kolumne leiden vielleicht unter einer leichten Andy-Kassier-Überdosis. Und jetzt kommt auch noch die volle Dröhnung. Kassier muss immer als Beispiel herhalten, wenn es um Künstler in den sozialen Medien geht – und darüber schreibe ich an dieser Stelle bekanntlich oft. Die großen Erfolgsgeschichten, das strahlende Lächeln des Selfmademan und sein rastloser Selbstoptimierungswahn nerven irgendwann, wenn man selbst nicht so erfolgreich ist. Das sind wir bekanntlich alle nicht. 

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Anika Meier

Post-Cyberfeminismus

Brauchen wir noch einen Hype in der Kunst?

03/05/2019 - 11:56

In den 90ern hofften die Cyberfeministinnen auf das Internet als einen Ort der Befreiung. Doch es kam anders. Ein Label für die Nachfolge-Generation ist indes schon gefunden: Post-Cyberfeminismus

Das Internet hat nicht die große Freiheit, sondern die große Abhängigkeit gebracht. Das war die Erkenntnis der Cyberfeministinnen der frühen 1990er-Jahre. Jetzt wäre es unfair zu sagen, die Bewegung sei gescheitert. Ihre Protagonistinnen hatten sich nur einfach zu viel vorgenommen, waren zu euphorisch, als plötzlich das Internet da war, und es schien, online könnten alle Grenzen überwunden werden: Geschlecht, Herkunft, Hierarchie, Patriarchat, Sorgen von gestern, die Technologie sollte es lösen. 

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Anika Meier

Social-Media-Athletik

Wie Instagram Künstler und Publikum ans Limit bringt

02/27/2019 - 16:29

Willkommen in der Content-Produktionshölle! Jeder Künstler muss heute drei Marathonläufer in sich haben, die durchweg 100-Meter-Weltrekorde laufen. Ein Lob des bedachten Nichtteilens

Der Künstler als Athlet. Das klingt sportlich. Das klingt nach Wettbewerb. Das klingt vor allem nach Erschöpfung. Der Künstler als High-Performer, ist der Künstler am Limit. Physisch und psychisch.

Brad Troemel, der amerikanische Künstler, von dem dieser Vergleich stammt, sagt: bad luck, so ist das eben in Zeiten sozialer Medien.

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Anika Meier

Debatte

Warum man Netzkünstlerinnen den Feminismus abspricht

01/15/2019 - 16:55

Mit Selfies gegen das Patriarchat? Netzkünstlerinnen, die sich in sozialen Medien inszenieren, wird häufig eine feministische Haltung abgesprochen. Es ist an der Zeit, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, findet Anika Meier

Arvida Byström ist genervt. Ach, eigentlich ist es ihr herzlich egal. Erstaunt trifft es vielleicht besser als genervt. Die schwedische Künstlerin, Jahrgang 1991, wundert es, welche Ansprüche an Künstlerinnen wie sie gestellt werden, die über die sozialen Medien groß geworden sind.

Wenn sie sich die Beine rasiert, ist sie keine Feministin. Wenn sie sich die Beine nicht rasiert, ist sie eine feministische Künstlerin, die nach Aufmerksamkeit giert. Und spätestens jetzt werden sich die ersten Kommentatoren denken: Heul doch! Das macht sie nicht. Sie lacht viel, sehr viel, und schüttelt oft den Kopf während unseres Gesprächs über Feminismus, Kunst und das Internet.

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Anika Meier

Performance in London

Kann dieser Künstler den Brexit noch stoppen?

01/09/2019 - 15:15

Jonas Lund möchte den Brexit in letzter Sekunde abwenden. Dafür richtet der schwedische Künstler ein Propagandabüro in einer Londoner Galerie ein. Ist das alles ernst gemeint? Monopol-Kolumnistin Anika Meier hat Lund getroffen

Jonas Lund hat acht Stunden Bewerbungsgespräche vor sich. Der schwedische Künstler führt sie via Skype von seinem Studio in Berlin aus. Über 80 Bewerbungen sind bei ihm eingegangen, nachdem er mit zwei Videos im Internet nach Mitarbeitern für ein Propagandabüro suchte. Das Ziel: die Brexit-Umkehr. Die Bezahlung: 125 Pfund pro Tag.

 

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Anika Meier

IG-Performerin Leah Schrager

"Ich will die Männerhände"

12/31/2018 - 18:24

Leah Schrager wurde als sexpositive Performancekünstlerin bekannt – und kritisiert. Jetzt arbeitet die Amerikanerin an einem neuen Image und nimmt dafür die Hilfe eines männlichen Förderers in Anspruch, der eine Million Dollar in sie und ihre Kunst investiert. Warum sie das Gefühl nicht los wird, gescheitert zu sein, hat sie Monopol-Kolumnistin Anika Meier erzählt

Man kennt diese Frage aus Filmen. Was würden Sie machen, wenn Ihnen jemand eine Million Dollar gibt? Ein schönes Gedankenspiel. Fiktion also, im richtigen Leben passiert das nicht. Der amerikanischen Künstlerin Leah Schrager ist jetzt aber genau das passiert. Sie bekam eine Mail von einem Mann, der über ihre Kunst auf sie aufmerksam wurde, wie er ihr schrieb. Das war am 16. Oktober 2018. Kurz darauf, am 30. Oktober flog sie von New York nach LA, um ihn zu treffen. Dort bot er ihr an, eine Million Dollar in sie und ihre Arbeit zu investieren. 

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Anika Meier

Kunst in sozialen Netzwerken

Können Künstler auch ohne Instagram erfolgreich werden?

12/14/2018 - 12:10

Wie hat sich aber der Kunstbetrieb durch Instagram verändert? Monopol-Kolumnistin Anika Meier sucht mit dem Fotojournalisten Christoph Bangert und dem Unternehmer Magnus Resch nach Antworten, was der Künstler der Zukunft braucht - oder eben nicht

Christoph Bangert hat digitalen Selbstmord begangen. Das schon vor ein paar Jahren, lange bevor Digital Detox hip und in aller Munde wie vegane Ernährung war. Christoph Bangert ist Fotojournalist, er dokumentierte beispielsweise den Krieg im Irak für die "New York Times". Auf seiner Website findet sich dieser Hinweis: "Christoph Bangert arbeitet ausschliesslich für redaktionelle Kunden. Er fotografiert keine Handtaschen oder Uhren." Im Krieg fotografiert er oft das, was nicht einmal Redaktionen sehen wollen. Verletzte Menschen, stark blutende Menschen, Menschen mit abgetrennten Gliedmaßen, Menschen ohne Kopf. Diese Bilder, die keine Redaktion drucken wollte, zeigt er in seinem Fotobuch "War Porn" (Kehrer Verlag, 2014).

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Anika Meier

Athen Biennale

Überall nur noch fragmentierte Erzählungen

11/30/2018 - 17:35

Athen ist das neue Berlin, heißt es. Deshalb vielleicht erinnert die 6. Athen Biennale an die 9. Berlin Biennale. Warum sich der Besuch anfühlt wie zwei Tage Binge Watching, berichtet Monopol-Kolumnistin Anika Meier

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Anika Meier

Kunst in sozialen Medien

Da hängt ein Pferd an der Decke

11/28/2018 - 12:31

Im Kunstbetrieb reichen die Provokationen des italienischen Superstarkünstlers Maurizio Cattelan oft nur noch für ein müdes Schulterzucken. Auf Instagram sorgt sein totes Pferd an einer Museumsdecke für helle Aufregung. Was sagt das über die Wirkung von Kunst in sozialen Medien?  

Es passiert ja selten, dass ein Posting auf Instagram durch die Decke geht. Vor allem einem selbst nicht, also, mir zumindest nicht. Bisher jedenfalls nicht. Die Likes sammeln sonst die anderen ein, die schwangere Beyoncé beispielsweise, der verliebte Justin Bieber und die verliebte Heidi Klum. Happy Knutscherei vor Sonnenuntergangskitsch das ist schön, klar, da wird einem bei Heidi und Tom, bei Justin und Hailey ganz warm ums Herz. Das habe ich mit einem Posting gerade auch geschafft. Nur andersrum. Und schön war das auch nicht. 

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Anika Meier

Kunst nach den sozialen Medien

Was ist eigentlich aus der Post-Internet-Art geworden?

11/01/2018 - 17:31

Noch vor zwei Jahren war Post-Internet-Art eine angesagte Kunstbewegung. Und heute? Anika Meier macht sich auf die Suche

An Post-Internet-Art erinnern sich wahrscheinlich noch alle. Also an den Begriff, der eine Kunstrichtung meint, die uns trotz des Namens nicht erzählen möchte, dass es das Internet nicht mehr gibt. Ganz im Gegenteil, die Post-Internet-Art hat das Internet und seine Kultur ein- und wieder ausgeatmet. 

Als der Begriff noch heiß war, so heiß, dass zumindest Künstler nicht damit in Berührung kommen wollten, wurden eine Menge Texte geschrieben, die Post-Internet-Art erklärten. Was ist das? Was kann das? Wie fühlt sich das an? So ungefähr wie heute über Influencer berichtet wird. Was machen die? Warum tun die das? Wann hört das wieder auf?

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